Am Ende

20 Mrz

„Die leise Stimme der Vernunft ertränken.“ sagte der Anwalt und stellte die Wodkaflasche etwas zu energisch auf den Küchentisch.

Fr.S. und ich blickten uns verständnislos an.

„Mein Vorsatz fürs neue Jahr.“ fügte er knapp hinzu und begann mit ernster Miene drei Gläser zu füllen.

Es war Silvester.

Die Dekade neigte sich dem Ende zu und wir waren vermutlich schon lange am Selben angekommen.

Abgebrannt, fern der Heimat, zu dritt gestrandet an eben diesem Küchentisch um das Jahr zu verabschieden und einen weiteren Vollrausch zu begrüßen. Still erhoben wir unsere Gläser und leerten sie in einem Zug.

Fr. S. brach als Erste das Schweigen:

„Ich will nach Feuerland. Bevor die Pinguine weg sind.“

Mit zustimmendem Nicken schenkte der Anwalt erneut bis zum Strich nach und wir besiegelten den Vorsatz durch das dumpfe Geräusch aneinander schlagenden Glases.

„Und du, Lucky?“

Vier Augen richteten sich auf mich, gierig zu erfahren, welche Pläne ich mir vom Leben, vom Alkohol und mir selbst im nächsten Jahr vereiteln lassen wolle. Gierig nach Schnaps ohnehin.

„Ich warte nicht mehr auf Männer.“

Trotzig nahm ich die Flasche selbst in die Hand und drehte den Verschluss.

„Und jetzt lasst uns trinken, Freunde.“

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